Was ist Osteopathie?

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Medizin, die der Diagnose und Behandlung von Funktionsstörungen dient. Der Therapeut untersucht und behandelt dabei rein manuell, also nur mit seinen Händen.

Die drei Säulen der Osteopathie

  • Die Osteopathie betrachtet den Menschen ganzheitlich. Er ist eine untrennbare Einheit und mehr als die Summe seiner Teile.
  • Struktur und Funktion eines Organs bedingen sich gegenseitig. Wenn die Funktion eines Organs verändert ist, z.B. wegen einer Einschränkung, verändert sich auch die Struktur des Organs.
  • Die Selbstregulierungskräfte sind alle körpereigenen Mechanismen, die dem Organismus aus einem kranken Zustand zur Gesundheit zurück verhelfen.

Wie Krankheiten entstehen

  • Gesundheit ist die Fähigkeit des Organismus, Einflüsse auszugleichen oder zum eigenen Vorteil aufzunehmen.
  • Eine Funktionsstörung entsteht, wenn der Organismus einen Einfluss nicht ausgleichen kann.
  • In der Folge entsteht eine Kompensation, die gestörte Funktion einer Struktur wird durch die Funktion einer anderen Struktur unterstützt.
  • Ist ein negativer Einfluss zu stark oder kann eine Kompensation nicht aufrechterhalten werden, bricht eine Krankheit aus oder Symptome wie z.B. Schmerzen.

Die osteopathische Behandlung

Die Funktion einer Struktur zeigt sich an seiner Bewegung. Ein Osteopath kann mit seinen Händen verschiedene Formen der Bewegung ertasten (palpieren). Eine Funktionsstörung diagnostizieren Osteopathen anhand von Bewegungseinschränkungen. Sie werden behandelt, indem mit manuellen Techniken die Bewegung wieder herstellt wird. Kann sich die Struktur wieder frei bewegen, so können auch die Selbstregulierungskräfte wieder wirken.

Möglichkeiten und Grenzen der Osteopathie

Der ganzheitliche Ansatz:

Die Osteopathie nimmt den Patienten als Individuum wahr. Ihr ganzheitlicher Ansatz erlaubt oft, bei Beschwerden nach anderen Ursachen zu suchen als den vermeintlich offensichtlichen oder an anderen Strukturen zu arbeiten, die zur Genesung der Symptome beitragen.

Manuelle Medizin:

Nach einer ausführlichen Anamnese erfolgen Diagnosen und Therapie ausschließlich mit den Händen. Die Osteopathie ist eine vorwiegend sanfte Medizin. Sie verzichtet auf bildgebende Verfahren, Instrumente, Medikamente und invasive Eingriffe.

Grenzen:

Die Osteopathie ist eine die klassische Schulmedizin sinnvoll ergänzende Form der Medizin. Akute Notfälle und lebensbedrohliche Situationen gehören in schulmedizinische Hände. Die Grenzen der Osteopathie sind ebenfalls erreicht, wo die Selbstregulierungskräfte nicht ausreichen, wenn Pathologien, also ernste Erkrankungen vorliegen, wie z.B. Krebs, schwere Infektionskrankheiten oder massive seelische Störungen. Häufig kann Osteopathie eine schulmedizinische Therapie jedoch ergänzen und unterstützen. Immer mehr Fachärzte arbeiten mit Osteopathen zusammen.